Lovefilm – Wir machen unsere Kunden zur Drückerkolonne und verschwenden Ressourcen!

Herrje, so ein unhandlicher Slogan. Aber dass Lovefilm* es schafft, beide Übeltaten in einem Abwasch zu begehen, wollte ich direkt und ungekürzt würdigen. Wer selbst Lovefilm-Kunde ist, weiß, wovon ich spreche: Zwei- bis dreimal pro Jahr bekommt man von Lovefilm aus heiterem Himmel oder auch vor Weihnachten diesen Plastikmüll diese Gutschein-Karten zugestellt, wobei es im Anschreiben heißt, man möge damit „Freunde beschenken“.

Anschreiben

Man soll ihnen also mit den Karten, die 30 oder 60 Tage Gratis-Filmkonsum ermöglichen, und die auch immer in eine mehr oder weniger ansprechende, auf jeden Fall aber gut überreichbare Klappkarte eingeklebt sind, auf den Sack gehen eine Freude machen. Wenn mir indes, wie im neuesten Anschreiben, wieder einmal nahegelegt wird, die Gutschein-Karten wie Sauerbier anzupreisen unters zweifellos dankbare Volk zu bringen, denke ich doch:

„Orrr, hallo? Nachdem Sie mir pro Jahr etwa zehn solcher ‚Geschenke‘ ins Haus schicken und ich meine Freundinnen und Freunde aber in der Regel trotzdem weder aus heiterem Himmel noch vor Weihnachten zu ihrer Art der Filmbeschaffung befragen würde, um gegebenenfalls mit einer Lovefilm-Marketinggedöns-Karte als Lösung all ihrer Probleme aufzutrumpfen, können Sie sich Ihre Karten echt mal dings!“

Gutschein-Karten

Ganz ungeniert würde Lovefilm da gewiss erwidern: „Ja, aber Sie sagen es doch selbst: in der Regel. Wir tun also sehr wohl sehr gut daran, Sie für den Ausnahmefall immer mit aktuellen Gutschein-Karten zu versorgen.“

Nun würde ich erst mal – von Lovefilm unbemerkt – einen Beruhigungsschnaps trinken, um dann dagegenzuhalten: „Eben nicht. Ich bin nämlich höchstens bereit, zwei Gutschein-Karten pro Leben zu verteilen, was ich auch bereits getan habe, und wenn Sie mich jetzt immer noch mit Ihren Karten behelligen, ärgere ich mich bloß darüber, dass ich für Sie die Drückerkolonne spielen soll. Vor allem aber ärgere ich mich darüber, dass Sie mit diesen Karten unnötig Ressourcen verschwenden, da man von ihnen ja nun mal bloß den Gutschein-Code ablesen kann und sie dann wegwerfen muss. Bei einem durchschnittlichen Gewicht von fünf Gramm pro Karte und mindestens zwei Millionen Lovefilm-Mitgliedern wären das, wenn man nur von einer Karte pro Mitglied ausgeht, schon zehn Tonnen überflüssiger Plastikmüll pro Jahr.“

Jetzt würde Lovefilm schnell seinen Marketingchef oder Pressesprecher auf den Plan rufen, der mich mit professionellem Geschwafel inklusive der vielen Vorteile eines Amazon-Gutscheins einzulullen versucht. Ich, unerbittlich, würde ihm drohen: „Entweder Sie verschicken künftig nur noch Gutschein-Codes auf Papier oder ich zettele einen Shitstorm gegen Ihr Unternehmen an, der sich gewaschen hat. Das heißt, nicht gewaschen hat.“ Nun wäre der Marketingchef oder Pressesprecher auf einmal doch ganz ängstlich und würde sagen: „Natürlich, Frau Mischitz! Ich werde mich persönlich darum kümmern!“ Und dann blieben mir und dem Rest der Welt endlich diese lästigen Gutschein-Karten erspart.

*Da ich ja stinkig auf Lovefilm bin, schreibe ich natürlich nicht, wie es sich ansonsten geziemen würde, „LOVEFiLM“.

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3 Gedanken zu „Lovefilm – Wir machen unsere Kunden zur Drückerkolonne und verschwenden Ressourcen!

  1. lionellvp sagt:

    Natürlich steht es einem frei dieses Angebot weiter zu geben oder eben nicht. Ich würde mich genauso dem viralen Marketing verweigern. Jeder soll frei entscheiden, allerdings ist die Masche nicht neu. Nur trauriger Weise verhältnismäßig dreist oder dumm. Besser wäre nicht noch bestehende Kunden mit dieser Belästigung zu vergraulen.

  2. Rüdi sagt:

    Bitte keine Plastikkarte an mich verschenken! Ich weigere mich seit Jahr und Tag die Shell- Karstadt-, Payback-, Thalia- etc KundenPunkteSammelKarten anzunehmen geschweige denn meinen Geldbeutel damit aufzublähen. Ich glaube ich habe schon AAACS (Aquired Allergy Against Cards Syndrom) …

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