An der Garderobe

Bei der re:publica war ich dieses Jahr als Helferin an der Garderobe. Die hatte man international oder neudeutsch mit „Wardrobe“ beschildert, obwohl es „Cloakroom“ oder „Checkroom“ heißen muss. Kann niemand sagen, dass er beim Lesen meiner Blogbeiträge nichts dazulernt, hm?

Jedenfalls bin ich als ehemalige Hostess praktisch eine Koryphäe an der Garderobe und kenne so ziemlich alles, was der Veranstaltungssektor zu bieten hat. Da wäre zum Beispiel die stationäre Garderobe mit sauber durchnummerierten Haken inklusive Garderobenmarken aus Plastik. Der Traum einer jeden Garderobiere, denn da macht sich die Arbeit quasi von allein. Am anderen Ende der Beliebtheitsskala: die Ad-hoc-Garderobe, bei der unnummerierte Kleiderständer und Bügel – schlimmstenfalls auf engem Raum – zusammengetragen wurden und das Garderobenpersonal mit Nummernzetteln hantieren muss.

In der STATION BERLIN gab es unnummerierte Kleiderständer, von denen mindestens zwei auch mal umgekippt sind, Bügel in allen Formen, Farben und hygienischen Zuständen, Nummernzettel mit hübschen Kirschblüten drauf, Kreppband für das Bezetteln der Gepäckstücke, zu wenig Regale für die Gepäckstücke, aber ausreichend Platz. Also schlugen wir uns so gut wie möglich durch; nicht ohne Mitleid für die Helfer der zweiten Schicht, die sich in unserem Tohuwabohu System zurechtfinden mussten. Dafür hatte dieser Garderobeneinsatz aber auch Vorteile: Es durfte dabei Kuchen gegessen, Kaffee getrunken, Kaugummi gekaut und wahrscheinlich sogar Nase gebohrt werden. Außerdem waren genug Helfer abgestellt, dass man kaum je in Stress geriet oder bei seinen wichtigen Gesprächen mit den Kollegen unterbrochen wurde. Also schon auch irgendwie Traum, trotz der nicht idealen Voraussetzungen.

Kirschblueten

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