Wie Ebay seine Kunden beim Programm zum weltweiten Versand betrügt

„Betrügt?“, fragen Sie. „Total“, sage ich. Denn: Wenn man bei Ebay einen Artikel kauft, der über das „Programm zum weltweiten Versand“ verschickt wird, und man diesen Artikel aus Gründen zurückschicken muss, bekommt man die ursprünglichen Versandkosten nicht (!) zurück. In meinem Fall wurden auch die Rücksendekosten nicht erstattet, und das, obwohl Ebay beides „versprochen“ hatte.

Was die Rücksendekosten anbelangt, war es so: Der Artikel kam verbogen bei mir an. Im Verlauf des Rücksendeprozesses bekam ich von Ebay die Nachricht: „[Händler] hat uns mitgeteilt, dass er für die Rücksendung von [Artikel] kein Rücksendeetikett für Sie kaufen kann. Der Verkäufer trägt jedoch die Rücksendekosten. Bitte kontaktieren Sie ihn, um die Rücksendung zu vereinbaren.“ Das tat ich, wobei der Händler schon vorher immer behauptet hatte, Ebay würde sich um alles kümmern. So auch diesmal. Aber Ebay hat es mir ja schriftlich gegeben, dass die Rücksendekosten nicht an mir hängen bleiben, das wird also stimmen. Oder? Nee, ätschibätsch. Bis heute wurden mir die Rücksendekosten nicht erstattet.

Aber zu den ursprünglichen Versandkosten. Von Ebay bekam ich wieder eine Nachricht: „Der Verkäufer hat Ihre Rückgabe von [Artikel] akzeptiert und Ihnen den Betrag von £16,94 erstattet. Dieser Betrag sollte auf Ihrem PayPal-Konto eingegangen sein.“ Aha? Mal gucken. Oh. Es sind nur £9,99. Die £6,95 für den ursprünglichen Versand fehlen. Aha? Und was sagt überhaupt der Ebay-Kundenservice? Verschiedenes! Die ersten beiden Kundenservicemitarbeiter wollten den Händler jeweils anschreiben und ihn um Rückerstattung bitten. Von denen hörte ich nie wieder. Dann erinnere ich mich, dass eine weitere Kundenservicemitarbeiterin sagte, ich könne ja rechtliche Schritte gegen den Händler einleiten. Ach so. Ich soll das machen? Das Mal darauf hatte ich eine Mitarbeiterin dran, die die Sache an die Ebay-Kulanzabteilung weiterreichen wollte. Ich würde dann noch vor Weihnachten etwas hören. Hurra! Natürlich habe ich nichts gehört. Als ich den nächsten Mitarbeiter im neuen Jahr fragte, wusste er von der Kulanzabteilungssache nichts, und der Fall sei auch geschlossen. Er bot aber an, mir einen besonderen Link zu schicken, über den ich bei PayPal einen Fall eröffnen könnte. Dass ich von PayPal längst belehrt worden war, dass man dem Versanddienstleister Pitney Bowes die £6,95 nicht wegnehmen kann, weil er die Leistung ja erbracht hat, beeindruckte ihn nicht. Wie erwartet, erhielt ich bei PayPal dieselbe Fehlermeldung wie beim ersten Versuch: „Diese Zahlung wurde bereits storniert. Sie können kein Problem zu einer bereits stornierten Zahlung melden.“ Na jedenfalls: Bis heute wurden mir die ursprünglichen Versandkosten nicht erstattet.

Zuletzt beharrte ein Mitarbeiter darauf, dass eine Falleröffnung sehr wohl möglich sei: „Wie mein Kollege bereits Ihnen geschrieben hat, können Sie in dieser Situation ein Konflikt direkt bei PayPal melden. Aus Erfahrung wissen wir, dass es möglich ist.“ Und ich habe es sogar noch mal (!) versucht. Dann erhielt der arme Mann von mir folgende erboste Nachricht: „Wie ich bereits schrieb, wird mir, wenn ich WIE VON IHNEN BESCHRIEBEN vorgehe, die Fehlermeldung ‚Diese Zahlung wurde bereits storniert. Sie können kein Problem zu einer bereits stornierten Zahlung melden.‘ angezeigt. Denn der Fall wurde ja geschlossen, weil ich LAUT NACHRICHT VON EBAY eine Rückerstattung in Höhe von £16,94 erhalten habe, während es TATSÄCHLICH nur £9,99 waren. Auf die Nachricht, die ich an den PayPal-Kundenservice schrieb, erhielt ich dementsprechend folgende Antwort: ‚Vielen Dank für Ihre Anfrage an PayPal bezüglich der Transaktion […]. Wir bieten ein Konfliktverfahren zur Lösung von Problemen zwischen Käufern und Verkäufern an. Einen ähnlichen Service gibt es jedoch auch bei eBay, und für die von Ihnen angegebene Zahlung wurde bereits ein Käuferschutzantrag auf eBay gestellt. Obwohl eBay und PayPal eng zusammen arbeiten, sind wir doch zwei separate Unternehmen und ich habe keinen Zugriff auf die Systeme von eBay. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zu Käuferschutzanträgen dort direkt an eBay.‘ Was sagt Ihre Erfahrung nun?“

Seit dem 10. Januar schweigt die Erfahrung dieses Mitarbeiters. Ach ja: Auf ReclaBox fand ich den Beitrag eines Käufers, der auf dieselbe Weise um die ursprünglichen Versandkosten betrogen wurde. Die Sache hat also System, und deshalb möchte ich davor warnen. Und ich möchte, dass es sich für Ebay auch richtig gelohnt hat, MIR SO AUF DIE KETTEN ZU GEHEN, DASS ICH DIE GESCHICHTE DER GANZEN WELT PETZEN MUSS.

tl;dr

Ebays „Programm zum weltweiten Versand“ stinkt!

 

Update: Am 28. Januar, also 18 (!) Tage nach meiner letzten Nachricht an den Kundenservice, bekam ich folgende Antwort: „[…] vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an den eBay-Kundenservice gewandt haben. Sie haben uns mitgeteilt, dass Sie nur eine Teilrückerstattung für [Artikel] bekommen haben, obwohl Ihnen eine komplette Rückerstattung zugesichert wurde. Ich kann Ihren Unmut über die Situation verstehen und helfe Ihnen gerne weiter. Ich habe Ihren Fall überprüft und kann die veranlasste Rückerstattung bestätigen. Aufgrund technischer Probleme konnte der volle Betrag bisher nicht an Sie ausgezahlt werden. Ich bitte Sie, die Verzögerung zu entschuldigen. Die Auszahlung des fehlenden Betrags von 9,13 EUR werde ich sofort veranlassen. Die Gutschrift wird innerhalb von 7 Werktagen auf Ihrem PayPal Konto eingehen.“

Aufgrund technischer Probleme? Hahaha. Und: Nachdem ich x-mal beim Kundenservice anrufen und mich jedes Mal aufs Neue ärgern musste, ist diese arg verspätete Rückzahlung nun wirklich ein sehr schwacher Trost. Zumal £6,95 am Tag der Zahlung 9,79 Euro wert waren. Und ich die Rücksendekosten nach wie vor nicht erstattet bekommen habe. Wenn es so läuft, ist die Sache immer noch mächtig faul.

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2 Gedanken zu „Wie Ebay seine Kunden beim Programm zum weltweiten Versand betrügt

  1. Rüdi sagt:

    Man-o-man soviel Ärger. Aber dafür schließe ich mich deinem Boykott an. Jetzt sind wir schon 2 auf diesem Planeten!

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