Google Lunar XPRIZE: Deutsches Team „Part-Time Scientists“ bei „Milestone Prizes“ in der Endrunde

Berlin, 20.02.2014. Das einzige deutsche Team im Rennen um den Google Lunar XPRIZE gehört zu den potenziellen Gewinnern bei den Anfang November von der XPRIZE Foundation vorgestellten „Terrestrial Milestone Prizes“ des Wettbewerbs. Hierbei handelt es sich gleichsam um Zwischenpreise, die denjenigen Teams eine Belohnung in Aussicht stellen, die in drei wesentlichen Bereichen ihrer Arbeit bereits weit vorangeschritten sind. Als „Meilensteine“ der bis Ende 2015 durchzuführenden Mondmission nach GLXP-Vorgaben zählen neben dem Lander die Rover-Kamera und natürlich der Rover selbst, wobei die „Part-Time Scientists“ die Juroren mit letzteren beiden überzeugen konnten: Der deutsche Teilnehmer sowie drei weitere dürfen im Rahmen des mit je 250.000 US-Dollar dotierten „Imaging Subsystem Milestone Prize“ zeigen, ob ihre Kameras weltraumtauglich sind; beim mit je 500.000 US-Dollar dotierten „Mobility Subsystem Milestone Prize“, den ein fahrtüchtiger Rover einbringen kann, sind es einschließlich der „Teilzeit-Wissenschaftler“ ebenfalls vier Teams, die sich beweisen dürfen. Nur beim mit je einer Million US-Dollar dotierten „Lander System Milestone Prize“, den bis zu drei Teams erhalten, müssen die Deutschen sich mit einem Platz auf der Nachrücker-Liste begnügen.

Damit ist die zweite der insgesamt drei Runden der Milestone Prizes abgeschlossen: Bis zum 14. November 2013 galt es für die Teams, im Rahmen der „Definition Round“ Unterlagen zu präsentieren, aus denen Ziele für die weitere Entwicklung der Missionskomponenten, Zeitpläne und vorgesehene Tests hervorgehen. In der darauffolgenden „Assessment Round“ ließ sich das GLXP-Expertengremium bis Ende Januar Zeit, um die vielversprechendsten Vorhaben auszuwählen – unter den Siegern sind neben den „Part-Time Scientists“ die amerikanischen Teams „Astrobotics“ und „Moon Express“, außerdem das indische „Team Indus“ und das japanische Team „Hakuto“. Sie alle haben in der nun beginnenden „Accomplishment Round“ bis Ende September dieses Jahres Zeit, ihre Komponenten weiterzuentwickeln und vor allem zu testen, wobei einige der Tests unter dem kritischen Auge der Sachverständigen des Google Lunar XPRIZE stattfinden werden.

Als „Test-Highlight“ hat sich das deutsche Team etwas ganz Besonderes ausgedacht: Zusätzlich zu den Tests, die in Labors durchgeführt werden, soll in einer Simulation mit dem Arbeitstitel „Analog Mission Simulation“ der komplette Missionsablauf einmal auf der Erde durchgespielt werden. Hierzu wird es ein Missionskontrollzentrum bei Team-Sponsor „ProfitBricks“ in Berlin geben sowie ein weiteres in Innsbruck, dem Hauptstandort des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF). Der Verein wird das für den Herbst geplante Ereignis am steirischen Erzberg tatkräftig unterstützen. Weitere Unterstützung ist stets willkommen, denn noch ist das Preisgeld für „Imaging Subsystem“ und „Mobility Subsystem“ nicht im Säckel. „Wenn alles gutginge, wäre das natürlich ein toller Erfolg“, sagt Teamchef Robert Böhme. „Dadurch wäre sozusagen der offizielle Beweis dafür erbracht, dass unsere Technik ausgereift und einsatzfähig ist. Das wiederum würde uns die Sponsorengewinnung erleichtern, was ja auch einer der Gründe war, die Preise ins Leben zu rufen. 2014 wird auf jeden Fall ein spannendes Jahr für uns.“

Der Google Lunar XPRIZE ist ein 2007 von der XPRIZE Foundation ins Leben gerufener Wettbewerb, der mit insgesamt 30 Millionen US-Dollar dotiert ist. Ziel ist die Durchführung einer zu neunzig Prozent privat finanzierten Mondmission. Im Wettbewerb vertreten sind 22 Teams aus aller Welt. Mit der Auslobung fördert Google die private Erschließung des Weltraums sowie die Entwicklung neuer, kostengünstiger Lösungen für die Raumfahrt.

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